Umtriebsweide

Prinzip

Die Weide wird ähnlich wie bei der ständigen Behirtung in Sektoren unterteilt, die maximal zwei Wochen am Stück genutzt werden können und dann frühestens erneut nach vier Wochen Pause erneut. Bei der Umtriebsweide sind die Sektoren aber durch fixe Zäune (meist Litzenzäune) oder durch natürliche Strukturen (Felsbänder etc.) abgegrenzt. Es handelt sich demnach um eine Form der Koppelhaltung. Es ist kein Hirte bei der Herde, eine gelegentliche Kontrolle findet aber statt (mind. zweimal pro Woche). Innerhalb des Sektors bewegt sich die Herde frei und wählt auch ihr Nachtlager selber.


Vorteile

Durch die Unterteilung der Weide in Sektoren wird eine ausgeglichene Nutzung angestrebt. Interaktionen mit Wildtieren können zumindest teilweise verhindert werden, was das Übertragungsrisiko von Krankheiten (z.B. Gämsblindheit) vermindert. Da der Personalaufwand geringer ist als bei der ständigen Behirtung, ist dieses Weidesystem auch für kleinere Herden anwendbar. Damit ist es wiederum auch auf kleinen Alpen umsetzbar. Da die ganze Herde sich stets innerhalb des selben Sektors befindet, ist der Einsatz von Herdenschutzhunden je nach Koppelgrösse möglich.


Nachteile

Durch die Abwesenheit eines ständig anwesenden Hirten können sich tierschützerisch problematische Situationen ergeben, etwa bei schwer kranken oder verletzten Tieren. Da die Schafe innerhalb der Koppel ihr Nachtlager frei wählen und dieses mehrfach benutzen können, kommt es dort möglicherweise zu einer Übernutzung und einer Schädigung des Bodens. Ebenso besteht die Möglichkeit, dass die Koppel ungleichmässig abgeweidet wird. Durch das Fehlen von Nachtpferchen besteht kein Teilschutz vor Raubtieren durch das Flexinetz. Bei grossen Koppeln besteht die Möglichkeit, dass sich die Herde grossräumig verteilt, womit ein effizienter Schutz durch Herdenschutzhunde erschwert wird.