Standweide

Prinzip

Die ganze Alpfläche gilt als ein einziger Sektor. Innerhalb von diesem Gebiet können die Schafe ihre Weideflächen und Nachtlager frei wählen. Die Standweide wird deshalb teilweise auch als freier Weidegang bezeichnet. Die Präsenz eines Hirten ist nicht vorgeschrieben und kommt selten vor. Die Tiere werden nur gelegentlich kontrolliert.


Vorteile

Die Schafe können ihre bevorzugten Weide- und Nachtlager frei wählen, was aus Sicht des Tieres ein Vorteil ist. Die Tiere weiden ruhig, ohne sich viel bewegen zu müssen (etwa zwischen Nachtlager und Weideplatz).


Nachteile

Schafe beweiden bevorzugt hoch gelegene, exponierte und frische Vegetationsflächen. Diese sind sehr empfindlich und können leicht überweidet werden. Als Folge drohen Erosion und Artenarmut. Die unteren Lagen mit älterem Futter werden dagegen gemieden. Dadurch besteht die Gefahr einer Unternutzung und als Folge davon der Verbuschung. Durch die fehlende dauerhafte Kontrolle werden kranke und verletzte Tiere nur ausnahmsweise rasch entdeckt, was ein tierschützerisches Problem ist. Eine Interaktion zwischen Wildtieren und Schafen kommt regelmässig vor, Übertragungen von Krankheiten sind dementsprechend möglich. Ein Schutz gegen Raubtiere ist kaum möglich, die Tiere sind Angriffen schutzlos ausgeliefert.