Rassen

Streng biologisch gesehen gehören alle Hausschafe der selben Rasse an, sie bilden eben die Unterart "Hausschaf", lat. Ovis orientalis aries (siehe "Abstammung"). Die Begriffe "Unterart" und "Rasse" beschreiben nämlich in der biologischen Systematik die selbe taxonomische Stufe. Im Bereich der Tierzucht hat sich aber der Begriff "Rasse" für sich untereinander sehr ähnliche Zuchtlinien durchgesetzt. In der folgenden Auswahl wird daher letztere Definition verwendet.

 

Unter den einheimischen Hausschafrassen werden meistens vier Hauptrassen von besonderer Wichtigkeit und Häufigkeit hervorgehoben. Es handelt sich dabei um das Weisse Alpenschaf, das Schwarzbraune Bergschaf, das Braunköpfige Fleischschaf und das Walliser Schwarznasenschaf.

 

Weisses Alpenschaf (WAS)

WAS Mattwald David Gerke
Weisses Alpenschaf (WAS)

Das Weisse Alpenschaf ist mit Abstand das häufigste Schaf der Schweiz, jedes zweite Tier gehört zu dieser Rasse. Es ist hervorgegangen aus alten weissen Schafschlägen, in die zur Veredelung ausländische weisse Rassen eingekreuzt wurden, u.a. Merinoschafe. Verbreitet ist es heute in allen Regionen der Schweiz.

 

Das Weisse Alpenschaf ist ein gut an die Bergwelt angepasstes Schaf: Es ist bewegungsfreudig, trittsicher und steigt gerne in die Höhe.

 

Rassenbschreibung Weisses Alpenschaf
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Braunköpfiges Fleischschaf (BFS)

BFS David Gerke Gadriola
Braunköpfiges Fleischschaf (BFS)

Das Braunköpfige Fleischschaf macht rund 10% des Schafbestandes in der Schweiz aus. Da es sich dabei um eine eher schwere Rasse handelt, die tendenziell weniger berggängig ist als andere Rassen, wird sie vermehrt im Mittelland gehalten, aber nur selten im Berggebiet. Im Alpgebiet bevorzugen die Tiere eher flache, wenig von Felsen durchzogene Weiden und haben keinen ausgeprägten Drang in die Höhe zu ziehen.

 

Das Braunköpfige Fleischschaf entstand durch die Veredelung von alten Schafschlägen der Ostschweiz mit ausländischen Rassen wie dem Oxford Schaf, mit dem es noch heute grosse Ähnlichkeiten aufweist.

 

Rassenbeschreibung Braunköpfiges Fleischschaf
02BFS_Rassenbeschreibung.pdf
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Schwarzbraunes Bergschaf (SBS)

SBS David Gerke Gadriola
Schwarzbraunes Bergschaf (SBS)

Das Schwarzbraune Bergschaf macht ebenfalls rund 10% des Schafbestandes in der Schweiz aus. Es ist eine traditionelle Rasse in der westlichen Landeshälfte (Mittelland, Jura, Voralpen). Eine systematische Veredelung mit ausländischen Schafen fand im Gegensatz zu den oben beschriebenen Rassen nicht statt. Das Schwarzbraune Bergschaf ist eine sehr fruchtbare Rasse mit meist zwei Ablammungen pro Jahr. An das Hochgebirge ist die Rasse gut angepasst.

 

Rassenbeschreibung Schwarzbraunes Bergschaf
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Walliser Schwarznasenschaf (SN)

SN David Gerke Gadriola
Walliser Schwarznasenschaf (SN)

Das Walliser Schwarznasenschaf ist eine traditionelle Schafrasse aus dem Oberwallis, die heute aber auch in anderen Regionen der Schweiz vermehrt zu finden ist. Rund 8% aller Schafe der Schweiz gehören zu dieser Rasse, jedes zweite Tier wird im Oberwallis gehalten. Hervorgegangen ist sie aus dem Walliser Landschaf.

 

Schwarznasenschafe sind äusserst genügsam, wetterfest, trittsicher und ruhig, weshalb sie ausgezeichnet an das Berggebiet angepasst sind. Als eine der wenigen Schafrassen tragen beide Geschlechter Hörner.

 

Rassenbeschreibung Walliser Schwarznasenschaf
04SN_Rassenbeschreibung.pdf
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