Wildbrücken

Seit etwa 2005 wandern verstärkt Rothirsche (Cervus elaphus) aus dem Alpenraum in das Mittelland ein. Daraus resultierend hat sich inzwischen im sog. Längwald an der Grenze der Kantone Bern und Solothurn ein fester Rothirsch-Bestand etabliert, der über 30 Tiere umfassen dürfte. Kleinere Rothirsch-Gruppen sind auch in benachbarten Gebieten unterwegs, etwa östlich von Murgenthal und im äusseren Wasseramt. 2010 gab der Kanton Bern in diesem Gebiet einseitig fünf Rothirsche zum Abschuss frei, wovon alle erlegt wurden. 2011 gaben Bern und Solothurn in diesem Gebiet in Absprache je drei Rothirsche zum Abschuss frei, wovon aber nur einer erlegt wurde (ein Kalb im Deitinger Wald/SO). 2012 sind gar keine Hirsche zum Abschuss freigegeben. Ein 2011 gestartetes Übersiedlungsprojekt, bei dem einige Hirsche im Längwald einegfangen werden und im Jura ausgesetzt werden sollten, scheiterte vorerst, weil bereits der erste umgesiedelte Rothirsch von alleine wieder zurück in den Längwald wanderte und dabei zwei Autobahnen querte. Weitere Fangversuche im Winter 2012 scheiterten.

Wildbrücke David Gerke
Bestehende Wildbrücke bei Utzenstorf: Diese wird regelmässig von Rothirschen benutzt

Bereits kurz nach Beginn der Rückkehr der Rothirsche ins Mittelland wurde der Bau einer Wildbrücke über die Autobahn A1 bei Niederbuchsiten gefordert. Denn die Rothrische im Längwald würden aller Wahrscheinlichkeit nach auch weiter in den Jura wandern wollen, was ihnen zurzeit nicht möglich ist. Dazu wurde ein kantonsübergreifendes Komitee Rothirsch gegründet, welches u.a. eine Petition dazu startete. Innert weniger Wochen kamen über 1'000 Unterschriften zusammen für den sofortigen Bau einer Wildbrücke. Auch wenn das Komitee den Rothirsch als Aufhänger hat, soll der Bau einer Wildbrücke natürlich generell der nötigen Vernetzung der Wildtierpopulationen dienen. Rehe würden diese Brücke ebenso benutzen wie zahlreiche Kleinsäuger. Dem Wildschwein im Jura würde damit die Möglichkeit gegeben, sich südlich der A1 neue Lebensräume zu erschliessen und auch die Vernetzung der beiden Luchspopulationen im Jura und in den Alpen würde gefördert.