Philosophie

Natur- und Artenschutz sind heute unverzichtbar, wenn die natürlichen Ressourcen langfristig erhalten werden sollen. Natur- und Artenschutz soll aber nicht mit einem totalen Nutzungsverzicht gleichgesetzt werden ("Käseglockenschutz"). Prioritär ist der Erhalt der Natur als Ganzes. Wo eine Nutzung dazu nicht im Widerspruch steht, soll diese natürlich zugelassen oder gar gefördert werden. Deshalb stellen nachhaltige Jagd und Fischerei keinen Wiederspruch zum Natur- und Artenschutz dar, sondern können diesen gar befruchten (Stichwort schützen durch nützen).

 

Naturschutz kann als Lebensraum- und Biotopschutz verstanden werden. Hierbei werden Ökosysteme in ihrer bestehenden Form erhalten oder durch gezielte Massnahmen aufgewertet. Dies kommt verschiedenen Lebensformen zugute, nicht zuletzt auch dem Menschen. Naturschutz erfordert keine punktuellen Massnahmen, sondern ist flächendeckend nötig. Er kann viele Ausprägungen haben, so ist etwa bereits die Sicherung der noch zusammenhängenden Landwirtschaftsflächen eine effiziente Naturschutzmassnahme. Neben der Sicherung der vorhandenen Naturwerte ist besonders deren Vernetzung von zentraler Bedeutung.

 

Artenschutz zeichnet sich dagegen primär durch punktuelle Massnahmen aus und kann als Ergänzung zum Naturschutz verstanden werden. Jede Art - ob Tier, Pflanze oder gar Pilz - benötigt ein geeignetes Habitat. Sofern dieses in ausreichender Fläche und Qualität vorhanden ist, ist meist auch die Art selbst ungefährdet. Nicht selten sind jedoch geeignete Habitate für eigentlich einheimische Arten vorhanden, ohne dass diese dort vorkommen. Grund hierfür sind etwa frühere lokale Ausrottungen oder inzwischen Rückgängig gemachte Habitatzerstörung. In dieser Situation kann es sinnvoll sein, einzelnen Arten oder Artengruppen gezielt zu helfen, etwa durch künstliche Ansiedlungen.