Philosophie

Jagd und Fischerei sind althergebrachte Methoden zur Beschaffung von Nahrung. Sie sind im Tierreich weit verbreitet, zahlreiche Tierarten leben von anderen Tieren: die so genannten Prädatoren. Die Erbeutung von wildlebenden Tieren ist somit ein natürlicher Vorgang, der als solches nicht verwerflich ist.

 

Bekanntlich ist Akzeptanz der Jagd und der Fischerei jedoch tendenziell rückläufig. Dies dürfte verschiedene Gründe haben. Einerseits ist das Verständnis für diese althergebrachte Nahrungsbeschaffung mit der Urbanisierung sicherlich gesunken. Andererseits dürfte aber nicht zuletzt das Verhalten so mancher Jäger und Fischer auch dazu beigetragen haben, dass die Akzeptanz gegenüber Jagd und Fischerei abnahm. Stichworte dazu sind etwa die verbissene Bekämpfung von vermeintlichen Konkurrenten wie Luchs und Kormoran, Wilderei, das stark konservative und fortschrittsfeindliche Gedankengut oder auch Besitzansprüche, die in der Realität so nicht bestehen ("unsere Rehe").

Dennoch: Auch heute noch gibt es gute Gründe, um die Jagd und die Fischerei weiter zu betreiben - trotz den Ewiggestrigen in den eigenen Reihen. Um auch langfristig akzeptiert zu werden, müssen jedoch wissenschaftliche Erkenntnisse und gesellschaftliche Ansprüche umfassend in Jagd und Fischerei integriert werden.

 

 

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Der Schutz des Tieres vor unnötigen Qualen und Leiden muss berücksichtigt werden. Tierquälerische Jagd- und Fischereimethoden sind zu vermeiden.

 

Der Eingriff in die Tierpopulationen durch Jagd und Fischerei darf diese nicht negativ beeinflussen. Insbesondere soll keine nachteilige Selektion herbeigeführt werden, etwa in dem nur gesunde, starke Tiere erbeutet werden. Die Populationen müssen qualitativ und quantitativ gesichert bleiben.

 

Auf die Einteilung in Nützlinge und Schädlinge ist zu verzichten. Jagd und Fischerei dürfen nicht zur Schädlingsbekämpfung degradiert werden. Das Existenzrecht aller einheimischen Tierarten, auch der Raubtiere, ist bedingungslos zu respektieren.


Umgekehrt sollten sich aber besonders die radikalen Tierschutzkreise vor Augen führen, dass der menschliche Jäger nichts anderes tut als das, worauf der natürliche Stoff- und Nahrungskreislauf aufbaut: Ein Tier frisst das andere. Der Jäger, der ein Reh erlegt und verwertet, tut nichts anderes als der Luchs, der ein ebensolches Tier reisst und frisst. Beide - Mensch wie Luchs - sind ein Teil der Natur und beide agieren auf ihre Art und Weise als Prädator. Das ist weder beim einen, noch beim anderen verwerflich, selbst wenn es beim betroffenen Reh mit Schmerz und Tod verbunden ist.

 

Jagdgegner, die (durchaus korrekt) stets das Argument der Selbstregulation bemühen, müssen sich konsequenterweise vor Augen führen, wie diese Selbstregulation funktioniert: über eine erhöhte Sterblichkeit. Es liegt in der Natur der Dinge, dass Populationen in erster Linie über diese reguliert werden. Wildtiere sind nur sehr beschränkt dazu fähig, ihre Fortpflanzungsleistung gezielt zu senken. Unterbleibt die Jagd, tritt die Sterblichkeit in anderer Form ein, etwa durch Nahrungsengpässe im Winter (Beispiel Rothirsch im Alpenraum), durch innerartlichen Stress (Beispiel Reh im Mittelland), durch Krankheiten (Beispiel Räude beim Fuchs) oder auch durch Kannibalismus (Beispiel Flussbarsch in Seen). Zu meinen, durch einen Jagdverzicht rette man Tierleben und vermeide Tierleid, ist der Trugschluss einer nicht zu Ende gedachten Argumentation.

 

Aus diesen Gründen ist es gerade für mich als Natur-, Arten- und Tierschützer kein Wiederspruch, die Jagd und die Fischerei selber auszuüben, sondern vielmehr die einzig logische Konsequenz aus der Liebe zu Natur und Tierwelt.