Bedeutung der Prädation

Der Begriff Prädation stammt vom lateinischen Begriff Praedatio ab, bedeutet übersetzt so viel wie "Raub" und beschreibt in der Biologie den Vorgang, wenn ein fleischfressendes Tier ein anderes Tier tötet um es zu fressen. Der Begriff Prädator wird heute folglich oft als Raubtier oder auch Beutegreifer übersetzt.

Haubentaucher mit erbeuteter Groppe
Haubentaucher mit erbeuteter Groppe

Prädatoren (oder eben Raubtiere) aller Art sind weltweit verbreitet. Zahlreiche uns bekannte Tiere sind Prädatoren, etwa die Haustiere Hund und Katze und die heimischen Wildtiere Fuchs, Luchs und Wolf, aber auch zahlreiche Greifvögel, Fische und Insekten. Nicht zuletzt tritt auch der Mensch als Jäger und Fischer als Prädator auf, trotz seiner omnivoren Lebensweise (omnivor = Allesfresser).

 

Räuber-Beute-Systeme

Schema der gegenseitigen Regulation
Schema der gegenseitigen Regulation

Prädation ist aber nicht nur natürlich, sondern gar nützlich. Die Entwicklung der einzelnen Arten in der Evolution geschah nicht isoliert, sondern stets in Abhängigkeit voneinander. Räuber und Beute entwickelten sich zusammen, in so genannter Koevolution, und hängen damit auch voneinander ab. Raubtiere halten die Bestände ihrer Beutetiere gesund, indem sie durch ihre selektive Jagdweise alte, kranke und schwache Tiere mit höherer Wahrscheinlichkeit erbeuten als gesunde (qualitativer Einfluss). Zudem können sie die Bestände auch zahlenmässig beeinflussen und damit regulieren (quantitativer Einfluss). Dies schont den Lebensraum und sorgt für langfristig stabile Bestände mit eher geringen Schwankungen, da es eine Übernutzung der Habitate verhindert. Ohne Raubtiere schwanken Wildbestände folglich weitaus stärker als mit diesen.

 

Jagdliche Regulation von Raubtieren?

Schema der Populationsdynamik
Schema der Populationsdynamik

Raubtiere regulieren aber nicht nur die Zahl ihrer Beutetiere, sie selbst werden umgekehrt durch die Zahl der vorhandenen Beute reguliert. Eine grosse Zahl von Beutetieren erlaubt ein starkes Wachstum der Raubtierpopulation. Geht die Zahl der Beute deshalb wieder zurück, wird sich zeitlich leicht verzögert auch die Zahl der Raubtiere wieder nach unten anpassen. Ein regulierender Eingriff in die Raubtierpopulation seitens des Menschen ist daher nicht nötig um das ökologische Gleichgewicht zu erhalten - auch nicht in der Kulturlandschaft, wo dieser Regulationsmechanismus ebenso spielt.

 

Ich setze mich daher mit voller Überzeugung und aller Kraft für die Prädatoren und deren Akzeptanz ein. Beuteneid, wie er unter Jägern und Fischern leider teilweise noch immer vorkommt, ist abzulehnen. Prädatoren müssen deshalb aber nicht zwingend unter Schutz gestellt werden; eine nachhaltige Bejagung ist selbstverständlich auch bei ihnen legitim, wenn die Beute angemessen verwertet wird. Eine eigentliche Bekämpfung der Prädatoren lässt sich aber weder ökologisch noch moralisch sinnvoll begründen.